Regenbogen, Kitsch & Kuss

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Sandra + Angie – Juli 2021, Stuttgart (BaWü)

Regenbogen, Kitsch und Kuss – so hieß das Motto der Trauung von Sandra und Angie in der Phoenixhalle im Römerkastell Stuttgart. Mit dem Kitsch zogen die zwei wunderbaren Mädels mich während des Traugesprächs immer wieder auf. Denn ich hatte beim Kennenlerngespräch gesagt, dass ich es nicht mag, wenn man zu „Canon in D“ einzieht. Und genau dieses Lied wollten die zwei aber haben.

Also habe ich es natürlich auch gerne eingebaut, denn für die beiden hatte es eine ganz besondere Bedeutung. Zuerst zog Sandra mit ihrem Sohn ein, dann Angie mit ihren Kindern, und schon lag Liebe in der Luft. Ich musste mich ganz schön zusammenreißen, nicht mitzuweinen. Denn Sandra und Angies Geschichte und ihre Liebe kam auf Umwegen und war nicht immer einfach. Umso schöner war es, dass die beiden an diesem Tag beieinander angekommen waren – und ich ihre Zeremonie gestalten durfte.

Madrid & Regebogen

Wenn Madrid die Lieblingsstadt ist, man aber noch nie Sightseeing dort gemacht hat, dann liegt natürlich nahe, dass ich das einfach mache. Also habe ich für die beiden eine Line-Art-Zeichnung auf Leinwand angefertigt und im Laufe der Trauung erklärt, welche Sehenswürdigkeiten dort zu sehen sind und was die zwei dort machen können. Wie sich so ein Ausschnitt anhört, das könnt ihr hier nachhören:

Audio-Ausschnitt aus der Mitte der Trauung mit einer gedanklichen Führung durch Madrid.

Aber das war natürlich nicht alles, denn Sandras bester Freund brachte kurzerhand während eines Songs eine Saftpresse nach vorne. Denn vielleicht ist einem beim Besuch in Spanien schon mal aufgefallen, dass öfters das Wort „medien naranja“, wörtlich übersetzt „halbe Orange“, fällt. Das ist der spanische Ausdruck für Seelenverwandte. Und deshalb durften die beiden ihren eigenen O-Saft pressen. Angie schnitt die Orangen, Sandra presste den Saft.
So einfach war es dann aber doch nicht. Denn zuerst mussten die Gäste mithelfen. Ich hatte Schokolinsen mit Regenbögen, Orangen und ihren Namen bedrucken lassen, dann noch zwei Thermobecher mit herausnehmbaren Inlay gekauft, dieses Inlay selbst designt, dann jeweils einen Ring in den Becher gepackt und die Linsen darauf geleert. Diese beiden Becher mussten dann durch die Reihen gegeben werden, und jeder Gast durfte sich ein paar Linsen in die Hand schütten und so die Ringe freilegen. Das wäre auch beinahe schief gegangen, denn die Kinder waren darüber natürlich sehr begeistert und hätten fast die Ringe mitgegessen. Aber ich konnte sie zum Glück noch retten.
Okay, die Becher und die (zugegeben wenigen) restlichen Linsen waren vorne angekommen, es wurde Zeit zum O-Saft-Pressen.

Es folgte eine wunderbare Überleitung zu ihren Gefühlen, ihren Erlebnissen, und dann war der Moment für das Ja-Wort gekommen. Doch vor dem Ringtausch kam etwas, das mich immer mit Freude erfüllt: Das Eheversprechen. Denn Sandra und Angie haben sich Eheversprechen geschrieben, die sie einander vortragen wollten. Ich überlasse es immer dem Paar selbst, ob sie Eheversprechen einbinden oder sogar vortragen möchten. Aber ich freue mich natürlich immer, wenn ich sie einbauen darf. Und so wurde es extrem emotional, während die beiden die Worte tauschten und einander die Ringe ansteckten.

Farbenfrohes Spektakel

Wer jetzt denkt, das war’s mit der Trauung, der wurde überrascht. Denn das eigentliche Ritual stand noch an: Acrylic Pouring. Die Leinwand mit dem Madrid-Linienbild sollte nämlich noch Gesellschaft bekommen. Ich hatte zwei Leinwände besorgt, die zusammen genauso lange waren wie die Madrid-Leinwand. Darauf hatte ich ihre Eheversprechen geklebt. Diese durften sie nun mit ihrem ganz eigenen Regenbogen verewigen.
Zu Hilfe kamen die beiden Trauzeuginnen, denn nun wurde es tricky: Sandra & Angie durften mit den Trauzeuginnen ganz viele Acrylfarben im Regenbogen-Muster in einen Becher leeren, der dann auf den Leinwänden ausgeleert wurde. Die Leinwände wurden dann so lange hin und her gekippt, bis die Farbe das ganze Bild bedeckte. So waren die Eheversprechen zwar nicht mehr lesbar, aber trotzdem immer noch da, überspannt von einem einzigartigen und nicht nachmachbaren Bild. Und weil die Leinwände zusammen genauso lang waren wie das Madrid-Bild, konnten die beiden die drei Bilder nach dem Trocknen zu einem zusammensetzen: „Regenbogen über Madrid“.

Der Auftrag: Kein Paarshooting

All das hat Alex natürlich mit seiner Kamera festgehalten. Denn nicht nur sind Sandra & Angie ein ganz besonderes Paar. Sie hatten auch einen ganz besonderen Auftrag für ihn: kein Paarshooting, aber bitte Paarfotos. Sie wollten die Gäste nicht allein lassen und sich nicht alleine irgendwo hinbegeben zum Fotografieren. Stattdessen wünschten sie sich Paarfotos, die im Moment passierten.

Am Ende des Abends hatte Alex dann trotzdem wunderschöne Bilder im Kasten, von den beiden am Platz, beim Tanzen, draußen… und keine Sekunde mussten die zwei sich irgendwo hinstellen und in die Kamera lächeln.
Ein epischer Abschluss des Abends war dann übrigens die Eröffnung der Tanzfläche: Mit „Can I Have This Dance“ von High School Musical 3 ging der Hochzeitstanz los, gefolgt von einer Überleitung zum New Yorker, bei dem alle Gäste begeistert mitmachten. Die Tanzfläche wurde den ganzen Abend nie leer und es gibt die schönsten Bilder von strahlenden, singenden und tanzenden Menschen – ein wunderschöner Abschluss eines tollen Tages!

Bella

Alex & Bella | Mr & Mrs Yes

Location: Phönixhalle im Römerkastell, Stuttgart (Link)

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