Mehr als nur „Mr & Mrs“: Diversity und LGBTQ+

LGBTQ+ und Diversity sind für uns nichts "Besonderes" - Liebe ist Liebe | Freie Trauungen & Hochzeitsfotografie | Mr & Mrs Yes

Liebe ist Liebe.

Ein Beitrag vor allem für Hochzeits­dienstleister

Würdest du jeden Tag immer dasselbe Essen wollen?
Immer den gleichen Film, die gleiche Fernsehsendung oder die gleiche Serie anschauen wollen?

Immer nur für das gleiche Hochzeitspaar arbeiten wollen?

Nein? – Wir auch nicht!

Denn Vielfalt macht das Leben aufregender und spannender.

Diversity

Ein Thema, das allgegenwärtig ist – vor allem in der Hochzeitsbranche. Oder besser: Allgegenwärtig sein sollte. Denn häufig wird das Thema Diversity vergessen oder ignoriert.

An dieser Stelle gleich einmal eine kleine Anmerkung: Auch wenn es im Folgenden vielleicht so klingen mag, wir unterstellen niemandem eine böse Absicht, Homophobie/Transphobie/… oder etwas anderes dieser Art. Die provokante Formulierung ist Absicht, da wir auf das Thema aufmerksam machen wollen und zum Nachdenken anregen wollen. Und nun weiter im Text.

Als kleine Grundlage:

Diversity (dt. „Diversität“ oder „Vielfalt“) ist das Gegenteil von Diskriminierung.

Es bedeutet, andere Menschen unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Sexualität, Alter, Aussehen, Behinderung oder Religion (uvm.) anzuerkennen und wertzuschätzen.

Diversity ist überall – jeder Mensch unterscheidet sich von anderen Menschen und das ist toll so!

Vielfalt macht das Leben abwechslungsreich.

Wir vertreten daher ganz klar die Meinung: Liebe ist Liebe. Punkt. Fertig.

Gerade die Hochzeitsbranche feiert ja die Liebe – und zwar nur die Liebe. Das muss auch unabhängig vom Geschlecht, von der sexuellen Orientierung und von der Hautfarbe oder Religion möglich sein. Die Erfahrung zeigt, dass dies eben sehr gut möglich ist – wenn man sich darauf einlässt.

Diskriminierung ist überall – auch wenn in den meisten Fällen oft unbeabsichtigt. Außerdem: Was ist denn schon „normal“? „Normal“ klingt definitiv langweilig.

Wir möchten dir daher einige Denkanstöße geben. Denn außerhalb größerer Städte fühlen sich Themen wie Diversity und LGBTQ+ wie Tabus an. Aber das muss und das sollte es doch gar nicht sein, denn es ist ganz normal, nicht „normal“ zu sein.

Diversity-Phobie in der Hochzeits­branche?

Wir können sehr oft feststellen, dass die Hochzeitsbranche teilweise noch etwas schläft, wenn es um die „Normalisierung“ von Diversity geht. Das reicht vom Sprachgebrauch, über den Aufbau von Webseite/Angeboten bis hin zum tatsächlichen Umgang mit dem Thema. 

Das hier soll beim besten Willen kein „Schaut Bella und Alex an, die machen das vorbildlich!“ werden. Auch wir lernen hier viel dazu. Trotzdem wollen wir unsere bisherigen Beobachtungen und Erfahrungen mit euch da draußen teilen. 

Im Folgenden haben wir daher 4 Punkte angesprochen, die uns immer wieder auffallen:

1. "Hallo, liebes Hetero-Pärchen!"

Das Paar „Alex & Manu“ senden dir als Hochzeitsdienstleister eine Anfrage zu. Klar, du bist richtig happy. Aber was antwortest du?

„Lieber Alex, liebe Manu“…?
„Liebe Alex, lieber Manu“…?

Die meisten Menschen gehen hier einfach von einem Hetero-Pärchen aus.

Was aber, wenn sich hinter „Alex & Manu“ die Namen „Alexandra & Manuela“ oder „Alexander & Manuel“ verstecken? Ein Fettnäpfchen, in das man nicht treten muss!

Antworte als Dienstleister doch beispielsweise mit:

„Hallo Alex & Manu! Toll, euch beide kennenzulernen…“

Alles andere findet man beim Kennenlerngespräch raus. Und gerade bei exotischen Namen wie Aksu, Lin oder Aida ist eine generelle Ansprache ohnehin immer besser.

2. Bilderbuch-Marketing: Mr & Mrs Mustermann

Messestände, Deko-Shops, Caketopper, Schilder, Styled Shootings und vieles mehr: Wohin das Auge blickt – überall nur „Mr & Mrs“.

Zwar haben wir das „Mr & Mrs“ auch im Namen, aber wir identifizieren uns eben als Mann und Frau, als heterosexuell und das auch noch verheiratet.

Was aber, wenn deine potentiellen Kunden sich nicht als „Mann“ und „Frau“ definieren? Vielleicht ist dein potenzielles Kundenpaar homosexuell, trans oder queer?

Wir möchten damit nicht sagen, dass dein komplettes Marketing, deine Webseite und dein Messestand nur auf diese Paare ausgerichtet sein muss oder sollte. Auslassen solltest du dieses Thema jedoch definitiv nicht.

Und auch wenn der Großteil der deutschen Bevölkerung eine weiße Hautfarbe aufweist und christlichen Glaubens ist, versuche dich doch auch mal an anderen Hautfarben in Bildern oder sichtlich anderen Glaubensrichtungen.

Vielfalt macht das Leben schöner.

Dir fehlt das entsprechende Werbe- bzw. Bildmaterial? Es gibt bestimmt einige Diversity-Paare in deiner Umgebung oder unter deinen Instagram/Facebook/Pinterest-Followern, die du zu einem Shooting einladen kannst. Nebenher lernst du noch ein paar tolle Leute kennen.

Falls du keine Connections hast, es dir aber trotzdem wichtig ist, das Thema Diversity in deinem Werbeauftritt zu integrieren, kannst du dir auch mit entsprechenden Stock Photos weiterhelfen:

Nappy – Kostenlose Stock Photos, die vor allem Menschen mit dunkler Hautfarbe zeigen.

POCStock – Abo-basierte Stock Photo Webseite, die eine große Auswahl an POC (engl. „people of colour“) in vielfältigen Situationen zeigt. Es gibt hier ebenfalls eine LGBTQIA+ Kategorie.

Libertipix – Kostenlose Stock Photos, die eine authentische Sicht auf das LQBTQ+-Spektrum liefern.

3. Bellas Lieblings-Hasswort: "Brautpaar"

Diesen Punkt hätten wir auch im ersten Punkt aufnehmen können, aber er ist für uns so wichtig, dass er einen eigenen Punkt benötigt bzw. nochmal erwähnt werden muss:

Zwar ist das Wort „Brautpaar“ im deutschen Sprachraum fest verankert, doch beim genauen Hinsehen fällt etwas auf:

Was ist, wenn sich in deinem Kunden-Paar gar keine „Braut“ versteckt?

Wir haben uns daher inzwischen das Wort „Hochzeitspaar“ angewöhnt. Das schließt niemanden aus und kommt mit der Zeig genauso leicht und schnell von den Lippen.

4. Diversity-Paare auf dem Vorzeige-Podest? - Bitte nicht!

Wie du vielleicht schon bemerkt hast, wiederholen wir uns in einigen Punkten.

Wo wir uns aber überhaupt nicht genug wiederholen können:

Stell deine Diversity-Paare bitte nicht auf das Vorzeige-Podest!

Wir haben bereits mit vielen Diversity-Paaren hierüber tiefgreifende Gespräche geführt – sowohl als Kunden, als auch aus dem Familien- und Freundeskreis. Deren Berichte über Gespräche mit Hochzeitsdienstleistern waren meist eher negativ:

Viele Dienstleister haben Interesse an einer Zusammenarbeit, wollen das Paar dann aber am liebsten marketingtechnisch ausschlachten. Die Themen #diversity #lgbtq und #loveislove sind aktuell im Trend und können auf der Webseite oder auf Instagram für viele Klicks sorgen.

Versetze dich in deren Situation: Würdest du mit jemandem arbeiten wollen, der dir von vorneherein (vielleicht auch nur unterschwellig oder unbewusst) das Gefühl gibt, dass du nur gutes Marketing für ihn/sie bist? Wohl kaum!

Viele diverse Paare sind diese „Vorzeige-Behandlung“ sogar schon so leid, dass sie spezialisierte Services aufsuchen und beispielsweise weite Fahrtstrecken auf sich nehmen, nur um nicht wie das Zebra im Pferdestall behandelt zu werden.

Spezialisierte Angebote für diverse Paare gibt es inzwischen immer häufiger:

Helen Bender hat mit ihrem Braut- & Festmoden-Laden in Mainz beispielsweise ein fantastisches Angebot für lesbische Pärchen gezaubert. Eine persönliche Empfehlung mehrerer Kundinnen!

 

Fazit: Liebe ist Liebe.

Du musst also du nicht jedem Pärchen einen Blumenkranz umhängen und mit einer Regenbogen-Flagge die Straße hoch und runter rennen. Diversity-Paare sind auch keine zerbrechliche Ming-Vase oder die neuste Sensation der Nation.

Wir sind alle nur Menschen und wir wollen alle nur unsere Liebe zueinander ausdrücken und feiern.

Uns ist es nur unglaublich wichtig, den Fokus auch einmal vom vermeintlich klassischen Hochzeitspaar weg auf all die anderen tollen Paare da draußen zu lenken.

Als unser Podcast noch existierte, hatten wir zu diesem Thema eine Folge aufgenommen, wo du auch noch mehr persönliche Eindrücke und Meinungen unsererseits finden wirst. Du kannst dir die Folge hier anhören:

Sei einfach offen und verurteile andere Menschen nicht wegen dem, was oder wie sie sind. Stell die Leute aber auch nicht auf ein Podium, ins Rampenlicht oder benutze sie als Aushängeschild.

Denn Liebe ist Liebe. Und Liebe ist das Normalste auf der Welt.

Geh offen auf die Leute zu du wirst schnell die gleiche Offenheit zurückbekommen.

PS: Für uns ist es nur schwer nachzuvollziehen, wenn Menschen bspw. andere Hautfarben oder sexuelle Orientierungen nicht akzeptieren möchten oder können. Häufig hat diese Einstellung mitunter auch religiöse oder kulturelle Hintergründe. Und auch wenn wir das extrem schade finden, so hat jeder Mensch ein Recht auf seine eigenen Überzeugungen und seine eigene Religion. Wichtig ist unserer Meinung nach dann jedoch, dass du zu deinen Überzeugungen stehst und bspw. Anfragen bewusst auch absagst. Denn deine Überzeugungen sind ein Grundpfeiler deines Unternehmens.

Alex & Bella

Mr & Mrs Yes | Freie Trauungen & Hochzeitsfotografie

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Weitere Links:

Nappy – Kostenlose Stock Photos, die vor allem Menschen mit dunkler Hautfarbe zeigen.

POCStock – Abo-basierte Stock Photo Webseite, die eine große Auswahl an POC (engl. „people of colour“) in vielfältigen Situationen zeigt. Es gibt hier ebenfalls eine LGBTQIA+ Kategorie.

Libertipix – Kostenlose Stock Photos, die eine authentische Sicht auf das LQBTQ+-Spektrum liefern.

Helen Bender hat mit ihrem Braut- & Festmoden-Laden in Mainz beispielsweise ein fantastisches Angebot für lesbische Pärchen gezaubert. Eine persönliche Empfehlung mehrerer Kunden!