5 Basics freie Traurednerin | Blog | Mr & Mrs Yes
Alex & Bella

Alex & Bella

Die 5 Basics einer freien Traurednerin

Wie oft habe ich die Frage schon gestellt bekommen:

„Was ist eigentlich eine freie Traurednerin?“

(So gefühlt wirklich jeder.)


Und hier sei gleich mal vermerkt: Ich werde in diesem Beitrag nur von freier Traurednerin reden, weil ich selber eine bin, meine aber natürlich auch freie Trauredner.

Ich erwidere dann meinen Elevator Pitch (Wikipedia), dieser kurze, einminütige Monolog, der all meine Arbeit irgendwie zufriedenstellend zusammenfassen muss und alle Basics auflistet:
Ich erkläre, wieso es freie Trauungen gibt, was für unterschiedliche Traurednerinnen es gibt und was man alles machen kann (letzteres nicht abschließend, sonst säße ich nächstes Jahr noch da – eine freie Trauung ist nun mal frei gestaltbar).

Falls euch das interessiert, dann hört doch in Folge 2 unseres Podcasts rein – da habe ich diese Punkte vorweg ebenfalls ausführlich erzählt! (Auch auf Spotify verfügbar)

Die Frage, wie ich Traurednerin geworden bin oder wie man es generell wird, wird aber meistens erst zu einem ganz bestimmten Punkt gestellt: Wenn die freie Trauung vorbei ist, die Tränen getrocknet und dem Brautpaar gratuliert wurde. Dann kommt die Frage:

„Oh wow, die Trauung war einfach der Hammer, wie bist du denn drauf gekommen Traurednerin zu werden? Also ich könnte das nicht!“

(Weinende Trauzeugin, schluchzende Brautmutter oder stolzer Schwiegervater)


Traurednerin an sich ist kein geschützter Beruf – man kann keine Ausbildung machen (außer man zählt die vereinzelt angebotenen IHK-Angebote mit) und es gibt dafür auch keinen Studiengang. Man ist es einfach. Es bedarf lediglich einer ausgefüllten Gewerbeanmeldung. Das kann natürlich ziemlich nach hinten losgehen, denn so kann einfach jeder behaupten, er würde eine qualitativ hochwertige freie Trauzeremonie abliefern.

Natürlich ist es oberflächlich betrachtet einfach, die Anmeldung auszufüllen, eine Website zu gestalten und loszulegen.

Aber als Traurednerin hast du eine riesige Verantwortung – du bist verantwortlich für eine der wichtigsten Zeremonien im Leben zweier Menschen und für deren Ja-Wort!

Und dieses Ja-Wort will dein Hochzeitspaar ja so persönlich, so toll und emotional wie möglich. Plus: Du musst vor Dutzenden von Menschen sprechen, wenn etwas nicht klappt professionell improvisieren können und eine Rede schreiben, die gerne mal 5.000 Wörter beinhaltet (und vor allem Sinn macht)!

Eigentlich nicht so einfach, weshalb es auch nicht ratsam ist, einen solchen Schritt einfach der Tante oder der Trauzeugin aufzudrücken. Denn das kann schnell nach hinten losgehen.

Also was tun, wenn man eigentlich nur eine Gewerbeanmeldung ausfüllen muss? Ein paar Erfahrungen möchte ich dir mitgeben, wenn du überlegst, selbst freie Traurednerin zu werden. Diese Basics bzw. Fähigkeiten musst du bereits mitbringen:

Basic Nr. 1: SCHREIBEN


Du musst schreiben können. Und damit meine ich nicht wissenschaftliche Texte oder Kurzgeschichten. Du musst nichts erfinden, sondern etwas, das schon geschehen ist, emotional und deinem Stil entsprechend zu Papier bringen. Wenn du dir nicht mal vorstellen kannst, 3.000 bis 5.000 Wörter zu einem Thema zu schreiben, dann ist dieser Beruf vermutlich nichts für dich. Schreiben kann man sich natürlich beibringen, doch die Lust am Schreiben solltest du definitiv haben. Sonst quälst du dich jedes Mal, wenn du schreiben musst – und schreiben musst du als Traurednerin oft!

Basic Nr. 2: REDEN


Kannst du dir vorstellen,
– vor 100 oder mehr fremden Menschen eine dreiviertel Stunde lang zu reden?
– nicht mitzuheulen, wenn in der vordersten Reihe die Mama anfängt?
– den Menschen die Lebens- und Liebesgeschichte zweier bis vor ein paar Monaten völlig fremder Menschen glaubhaft, emotional und ergreifend zu erzählen?

Und kannst du besagten zwei völlig fremden Menschen bei eurem ersten Gespräch schon einen Eindruck von deiner Arbeitsweise, deinem Qualitätsstandard und deiner Professionalität vermitteln?

Basic Nr. 3: ZUHÖREN


Ja, auch Zuhören gehört zum Job. Dein Job ist es nicht nur, zu reden. Du musst zu allererst die Infos sammeln, die du in deine Traurede einbaust. Das erfordert viel Feingefühl, Empathie und Einfühlungsvermögen.
Aber auch einen kleinen Sturkopf, wenn dein Hochzeitspaar dir doch nicht alles erzählen will: Denn es ist für dich immer besser, mehr zu wissen und dann zu besprechen, wie oder ob es in die Rede eingebaut wird, als zu wenig zu fragen und dann in Fettnäpfchen zu treten.

Basic Nr. 4: VERBINDEN


Eine freie Trauung lebt davon, kreativ zu sein, persönlich und emotional. Du brauchst die Fähigkeit, die Geschichte des Brautpaares sinnvoll mit Musik, Ritualen und Metaphern verbinden zu können. Das lernt man mit der Zeit und ist gar nicht so einfach.

Basic Nr. 5: ENTWICKELN


Man kann nicht immer das „Sandritual“ machen. Jedes Hochzeitspaar ist anders, jeder Mensch ist individuell und so sollte auch deine Zeremonie sein. Das bedeutet: Du musst dir kreative und perfekt passende Rituale einfallen lassen, zu egal welchem Thema.

Veränderung? Jeans? Regenbogen? Meer?

Solche Themen kannst du mit dem Paar festlegen – und du musst dann etwas entwickeln, das sowohl zum Thema passt, als auch zum Hochzeitspaar. Gar nicht so einfach, oder?

5 Basics freie Traurednerin 2 | Blog | Mr & Mrs Yes


Aber nicht verzweifeln!

Es ist noch keine Traurednerin vom Himmel gefallen. Man lernt natürlich immer weiter dazu. Das Wichtigste ist aber trotzdem, sich zu überlegen, ob du diese Basics bzw. Fähigkeiten grundlegend besitzt.

Es geht nicht darum, dass du gleich perfekt sprechen kannst oder deine erste Traurede in zwei Stunden niederschreibst. Es geht darum, dich selbst einzuschätzen, ob du diese Fähigkeiten hast und anwenden kannst.

Traust du dich?

Wenn ja: Perfekt! Der Grundstein der Traurednerin steckt in dir. Jetzt heißt es nur noch darauf aufzubauen und loszulegen.

Das kannst du wahrscheinlich am besten durch einen Kurs oder Workshop, denn da bekommst du viele Tipps und Tricks aus der Branche. Welchen Kurs du belegen solltest, kann ich dir aber nicht sagen. Das kommt ganz auf deinen Typ an, welchen Stil du toll findest, wie viel Geld du zur Verfügung hast, wann der Kurs stattfindet oder wie viele Tage er dauert. Schau dich doch mal um, du findest bestimmt einen.

Denn: Trauen kann sich jede/r!

Bella

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